Salvenach 18.5.08 662

(Der Schmetterling als Zeichen der Verwandlung)

 

Heute ist Donnerstag und hier kommt mir gerade eine Erinnerung als ich noch Angestellte war die ich mit Euch teilen möchte:

Das Wochenende rückt Näher und so mancher freut sich sicherlich darüber. Bei mir ist der Tagesablauf anders geworden seit meinem Stellen Verlust. Ich arbeite im Moment mehr als vorher, doch es macht mir Freude denn ich arbeite für mich 🙂 So wird es eine Spannende Entdeckungsreise wohin mich dieser Weg eines Tages führen wird.

Pläne werden geboren, Ideen wachsen, Motivation ist da. Ich freu mich auf einen neuen Lebensabschnitt in dem ich Neues dazulernen werde und nicht ständigs im alten Trot Tag für Tag mich auf’s Wochenende freue und die Stunden zähle 😉

Wenn ihr wissen wollt was ich früher dachte hier ein paar Zeilen:

Meine PC Arbeit war sehr eintönig und viel Spielraum gab es da nicht. Tag für Tag wälzte ich Statistiken und musste für die Zusammenfassende Meldung zu Steuerzwecken alle Daten der Firmen erfassen und zusammenstellen. Tag für Tag das gleiche prozedere…

Ich zählte je länger ich diesen Beruf machte langsam je mehr die Stunden bis zum Feierabend. Pflichtgetreu wie ich nun mal bin erledigte ich meine Arbeit gewissenhaft und in Eigenverantwortung.

Mein grosses Glück war, das ich nicht in einem Büroraum arbeiten musste in dem auch noch geraucht wurde. Sowas würde ich nie mitmachen. Ich durfte all dies zu Hause am PC bewerkstelligen. Das hiess jedoch auch die Möbel fürs Heimbüro, Drucker, und auch Laptop musste ich aus der eigenen Tasche bezahlen und bekam keinen Rappen dafür. Das Papier, Stifte und Druckerpatronen wurden mir bezahlt. Mir war es jedoch egal, denn ich wollte nie in einem stinkenden Büroraum arbeiten müssen. Für mich war auch das Selbständig Arbeiten nie ein Problem da ich als Kind schon immer zuerst meine Hausaufgaben gemacht hatte bevor das Spielen kam.

Ihr seht ich war damals schon sehr Pflichtbewusst. Dies kam mir natürlich bei meinem Heim Bürojob zu Gute und so arbeitete ich 16Jahre lang für dieselbe Firma. 

Am Anfang war alles Spannend und ich kannte mich ja noch nicht mit der Materie aus. Als ich bei der Privaten Zollagentur angefangen hatte als Quer Einsteigerin so musste ich vieles dazulernen. Mein Chef lernte mich alles was ich wissen musste um meine Arbeiten zu erledigen. Damals bekam ich Unmengen von Dossiers zurückreichend auf Jahre…!!!

Die Vorgänger hatten alles auf Papier aufgezeichnet und nicht im PC gearbeitet. Die Schreibmaschine wurde zur Formular Ausfüllung verwendet. Auch das zusammenzählen wurde mit Taschenrechner erledigt. Ich kam mir vor wie in vorsintflutlicher Zeit…

Da man so nicht vorankommt mit einer solchen Datenflut fing ich an alles auf EXCEL einzutragen. Hierbei hatte ich zum Glück Hilfe von meinem Mann. Er führte mich ins EXCEL ein und so konnte ich anfangen die Daten effizienter zu erfassen. Dadurch entstand erst mal Ordnung und eine gute Übersicht.

Ich kann Euch sagen es war eine Menge Arbeit und mir schwirrte mehrmals der Kopf vor lauter Zahlen. Als gelernte Floristin war es auch eine völlig andere Arbeit und das Kreative sehr eingeschränkt. Mit der Zeit vermisste ich meine Kreativität immer mehr.

Leider ist man als Floristin sehr schlecht bezahlt egal wie fleissig man arbeitet. Für 3Jahre intensives lernen von Lateinischen Wörtern etc. ein mega Witz was man als Entlohnung bekommt. Deshalb arbeitete ich 5Jahre in der Migros. Die bezahlten besser als Floristen Geschäfte jedoch war dort die Kreativität auch stark eingeschränkt. Danach wechselte ich ins Büro. Dort wurde ich noch besser bezahlt bis nach einigen Jahren die Wirtschaftssituation auch an meinem neuen Arbeitsplatz einige Veränderungen mit sich brachte.

Plötzlich hiess es dann es gibt keinen 13.ten Monatslohn mehr! Wir schrumpften auch von 14Mitarbeitern auf 5 runter und durften noch froh sein das wir unsere Stelle behalten konnten. Ja es hat sich einiges in den Betrieben geändert und alle müssen für ihr Überleben kämpfen!

Was heutzutage in manchen Grossfirmen passiert ist auch nicht ohne…

Viele denken nur noch kurzfristig und lagern ins Ausland aus was sie können. So werden wiederum Schweizer Arbeitnehmer entlassen da es im Ausland billige Arbeitskräfte gibt die am PC von weiter ferne die Arbeiten erledigen. Jedoch vergessen diese Firmen das die Quallität meist ein Himmelhoher Unterschied mit sich bringt. Es kann sogar sein das die Firmen so draufzahlen müssen und treue Kunden verlieren die durch schlechteren Service genervt einen neuen Anbieter suchen. Auch durch höhere Fehlerquoten wird es am Schluss teurer doch diese Rechnung machen die wenigsten Manager. Das erzähle ich Euch hier nicht einfach so aus dem Ärmel heraus. Ich sehe das Problem bei meinem Mann und bekomme alles hautnah mit was da so läuft.

Hier ein Einblick für Euch:

Er war mal in einer der grössten Pharmaindustrien bei uns in der Schweiz angestellt. Eines Tages wurde seine Abteilung ausgelagert in eine grosse Computerfirma um Kosten zu sparen. Dann hiess es entweder er nimmt an oder er suchst sich ausserhalb einen neuen Job. Die Arbeitsjahre welche ab einer gewissen Anzahl einen Bonus für den Arbeiter bringen würden gingen dadurch verloren und die Gehaltserhöhung rückte wieder einmal mehr in den Hintergrund. Somit musste er wieder mal bei Null starten.

So erging es damals vielen seiner Kollegen und auch ihm. Dann war für ein paar Jahre wieder Ruhe bis diese Computerfirma das selbe Spiel anfing und ihre Mitarbeiter an ein anderes Unternehmen ausgliederte. So geht es immer weiter und die Angestellten müssen tiefere Löhne in Kauf nehmen damit sie von der neuen Firma wieder eingestellt werden. Dieses Jahr war es wieder soweit und die neue Firma kündigte einige Stellen.

So wird an manchen Orten heutzutage der Lohn etc. herab gekürzt um die Firmen Gewinne zu optimieren. Jedoch vergessen  diese Manager einiges dabei…

Ihre Mitarbeiter welche an der Front beim Kunden arbeiten und so eine Beziehung aufbauen werden dadurch immer weniger. Dazu kommt das die allgemeine Motivation auch nachlässt. Viele Fehler passieren zudem über die Angestellten aus weiter Ferne. Dort wird von Billigarbeitern, die meist nur angeschuhlt werden z.B das Material verwechselt oder die Geräte zur Fernsteuerung werden falsch abgeschaltet oder gar nicht erst gefunden. Dazu kommen meist auch sprachliche Komplikationen dazu…

Leittragende sind am Schluss die Kunden und auch die Technicker oder Arbeiter vor Ort welche die eingebrockte Suppe auslöffeln müssen. Da frag ich mich nur, wie lange es noch dauert bis wir wieder vom immer Billiger etc. zurück zur Nachhaltigen Systemen kommen bei dem alle Profitieren können…??? Zuerst wird wohl alles zusammenbrechen müssen bevor man anfängt nachzudenken wie mit so vielem.

Sicher gibt es auch noch Betriebe die an einem stabilen Fundament festhalten und nicht den Gang zur Instabilität wagen. Vor solchen Firmen habe ich persönlich grosse Hochachtung. Auf Dauer werden solche Firmen langfristig überleben und einen zufriedenen Kundenstamm und Mitarbeiter haben. Der Preis dafür ist weniger Gewinn doch mehr Nachhaltigkeit was am Schluss mehr zählt. Was auch noch wichtig ist sind zufriedene Mitarbeiter die Wertgeschätzt werden. Ich hoffe das sich die Manager solcher Firmen dies vor Augen halten werden, sollte die Frage bei ihnen auftauchen ob sie des grösseren Gewinns zuliebe in Billigarbeiter und Länder investieren wollen.

 

Soviel sei noch gesagt das in der heutigen Zeit, wo die Lebenskosten stets steigen (siehe bei uns z.B. die Krankenkassen) und man immer weniger verdient. Es werden immer mehr in die Armutsfalle tappen und liegen dann am Schluss der Sozialhilfe oder den Verwandten auf der Tasche. Schränkt man sich nicht rigoros ein, so findet man sich nur noch am Dauerarbeiten mit mehreren Jobs oder probiert es mit einem eigenen Business wo gefragt ist. Ich wundere mich nicht mehr über so viele Burnout Fälle.

Bei den meisten Arbeitgebern sieht es wie folgt aus:

Die meisten wollen einen Mitarbeiter der alles kann und beherrscht und dabei nix kostet. So sieht leider meistens die traurige Wahrheit in unserem heutige Arbeitsleben aus! Selbst von den Schulabgängern wird Höchstleistung erwartet zu einem Sklavenlohn. Am besten funktionieren sie gleich und wissen schon viel im Voraus. Wo soll das bitte schön hin führen???

Zudem kommt noch das für die Ausbildung in Schulen immer mehr gespart wird und somit das gewünschte Niveau für die Wirtschaftswelt nicht erreicht werden kann!

Auf Dauer wird einiges dadurch kaputt gehen. Die Menschen in einem hochpreisigen Land können für ihre Lebens Kosten eines Tages nicht mehr aufkommen oder Enden als Burnout Patient nachdem sie sich fast zu Tode schufteten. Das ist auch der Grund weshalb viele Menschen ins Ausland strömen um dort kostengünstiger einzukaufen um wenigstens da Kosten Sparen zu können.

Vielleicht verstehen das nun viele Deutsche, Italiener und auch Franzosen unter Euch, weshalb so viele Schweizer in Grenznähe bei Euch einkaufen kommen. 

Viele Familien sind auch dazu gezwungen das beide Ehepartner arbeiten müssen und es reicht trotzdem hinten und vorne nicht. Sicher sind die Ansprüche auf ein schönes Zuhause, Auto, PC und andere Luxusgüter mit verantwortlich für die steigenden Kosten. Das lässt sich auch nicht weg reden. Aber auch da muss es nicht immer das neuste sein und das beste wie ich finde.

Ich mach es mit dem Einkauf in DE genauso. Ich seh nicht ein überteuerte Produkte im eigenen Land zu kaufen die ich Preiswerter gleich auf der anderen Rheinseite erstehen kann. Zudem wohn ich 10.Min von der Grenze weg. Jedoch achte ich auf Nachhaltige Produkte, Fairtrade, Demeter, Bio Waren und auch Regionale Produkte. So versuche ich dort auch Kleinbetriebe (z.B. Bioladen & Reformhaus) durch meinen Einkauf zu unterstützen. Ich geh aber auch zum Hieber oder DM Markt.

Bei uns im Dorf kauf ich sehr gerne von einer alten Bauernfamilie Gemüse und auch Eier ein. Sie spritzen ihr Gemüse nicht und auch die Hühner haben eine grosse Auslauffläche im Grünen zur Verfügung. Sowas unterstütze ich sehr gerne. Zudem hab ich einiges in meinem Garten der mich mit frischen Kräutern und ein paar Gemüsesorten versorgt aber halt nicht das ganze Jahr hinweg. Schnecken können einem da auch mal einen Strich durch die Rechnung machen…

Was ich nicht unterstütze sind Billigprodukte von der Industrie die den Körper mit Giftstoffen versorgen!!! z.B. Zahnpasten mit Fluorid, die dem Körper schaden und nicht etwa nützen, kaufe ich auf keinen Fall mehr! Auf Dauer kommt sowas um ein vielfaches teurer, was die wenigsten beachten oder daran denken. Eines ist da sicher, der Körper wird immer mehr Krank von minderwertiger Nahrung. Dann muss man zum Arzt rennen und bekommt Medikament welche Symptome unterdrücken. Die müssen dann meist regelmässig eingenommen werden. So wird die Grundursache nicht beseitigt!!! So zahlt man den Preis für das super tolle Schnäppchen im Laden am Schluss mit seiner Gesundheit und die Geldbörse lehrt sich für Arztbesuche und Therapien. Hab das selbst an mir erlebt!!!

Es gibt auch gute Ärzte die ihre Patienten auf das Problem aufmerksam machen. Diese sind jedoch dünn gesät. Meist sind es jedoch Privat Praxen die sich kein Angestellter leisten kann oder will. Auch unser Versicherungssystem sorgt dafür das wir schön brav zum preisgünstigen Arzt gehen. Der wiederum von der Industrie mit Bonis etc. wiederum programmiert wurde Pillen zu verschreiben etc. Die Wirtschaft soll doch florieren. Doch zu welchem Preis frage ich Euch?

 Auch beim Arzt gilt es nachzudenken nicht einmal etwas mehr Geld in die Finger zu nehmen damit man wieder zur Gesundheit zurückfinden kann.

Ich musste auch erst viele Umwege gehen bis ich dies begriffen hatte. Heute bin ich froh darum meine Gedanken verändert zu haben. Hätte ich diesen Mut nicht gehabt so wäre ich im System gefangen geblieben und wie ein treues Schaf brav der Herde zur Schlachtbank gefolgt…So sehen ich es heute. Wie seht ihr das?

Vieles hängt zusammen und man sollte den Mut haben über den Tellerrand hinaus zu blicken um Ursache und Wirkung zu erforschen.

Eure Kräuterhexe